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Antrag zum Haushalt 2021 - Vertikale Windkraftanlagen und weitere alternative und innovative, nicht fossile Energiequellen fördern!

Sachdarstellung:

Überall auf der Welt gibt es heute 20 Prozent weniger Tier- und Pflanzenarten als zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Drei Viertel der Landfläche sind entscheidend durch den Menschen verändert. Das zeigt der Anfang Mai 2019 veröffentlichte Report des Weltbiodiversitätsrat (IPBES). Die bisher umfassendste internationale wissenschaftliche Bestandsaufnahme der biologischen Vielfalt auf der Erde macht klar: Es gibt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen menschlichem Einfluss und negativen Folgen in der Natur. Kein Ökosystem ist unbeeinflusst vom Menschen. Vor allem die veränderte Landnutzung, aber auch der Klimawandel wirken sich – neben anderen Faktoren – direkt und indirekt negativ auf die biologische Vielfalt aus.

Damit rückt neuerlich ein Dilemma der Klimaschutzbemühungen in den Fokus der Debatte: Erneuerbare Energien dienen einerseits dem Klimaschutz und damit dem Schutz der Artenvielfalt, die vom Klimawandel bedroht ist. Andererseits führt die Flächeninanspruchnahme für neue Infrastrukturen zu Zielkonflikten mit dem Naturschutz. „Erneuerbare Energien sind Lösung und Problem zugleich“ - Das mache der kürzlich veröffentlichte Erneuerbare Energien Report des BfN deutlich.

Statistisch gesehen werden heute in Deutschland etwa 66 Hektar Fläche pro Tag versiegelt. Allerdings werden Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energie in der Flächenverbrauchsstatistik nicht hinzugezählt, obgleich auch durch sie Acker- und Grünlandflächen in Anspruch genommen und teilweise versiegelt werden. Bis zum Jahr 2030 soll die tägliche Flächeninanspruchnahme auf nur noch 30 ha pro Tag reduziert werden (lt. Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung aus dem Jahre 2002).

Urbane Räume sind Energiesenken, also Räume, in denen massiv Strom verbraucht wird, im Gegensatz zu Orten, die mehr Strom produzieren, als sie verbrauchen können. Um die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien zu erhöhen, muss auch die innerstädtische EE-Stromerzeugung gesteigert werden. Zudem nehmen die Herausforderungen zu, Großprojekte, die der Energiewende dienen, so zu gestalten, dass sie im ländlichen Raum Akzeptanz finden. Auch hierdurch steigt die Notwendigkeit, vermehrt kleinteiligere, verbrauchsnähere Erzeugungspotenziale zu nutzen.

(Deutsche Energie-Agentur (dena, 2019): „Abschlussbericht dena-Projekt Urbane Energiewende“)

EE-Potenziale im urbanen Raum ausschöpfen!

Es gibt vielfältige Konzepte und Ansätze für die Integration von erneuerbaren Energien im urbanen Raum. Für eine breite Umsetzbarkeit müssen Hemmnisse beseitigt und Nutzungskonkurrenzen im Sinne der ganzheitlichen Energiewende entschieden werden. Hierbei sollten insbesondere Ansätze entwickelt werden, wie bestehende Hemmnisse bei innerstädtischer Aufdach-Stromerzeugung beseitigt werden können. (Deutsche Energie-Agentur (dena, 2019): „Abschlussbericht dena-Projekt Urbane Energiewende“)

Wir wünschen uns eine aktive Rolle des Kreises Lippe bei der Lösung dieses Problems. Bei der Herausforderung, Klimaschutz und Energieversorgung nachhaltig weiter zu entwickeln, kann der Kreis mit neuen Strategien ein Vorbild für Nachahmer*innen sein und seiner Rolle als klimaschützender Kreis weiterhin gerecht werden.

Das Programm zielt hierüber hinaus auf eine lokale Wertschöpfungskette, anstatt auf Gewinnerwartungen einzelner oder überregionaler Akteure am Stromerzeugermarkt. Ziel ist die Teilhabe sowie Akzeptanz breiter Gesellschaftsschichten an zentralen Zukunftsthemen.