Der Hermann bleibt bunt

Die Linke KV Lippe

Am 22.02.2026 hat ein breites Bündnis aus demokratischen Kräften am Hermannsdenkmal in Detmold ein klares Zeichen gesetzt: Wir stehen zusammen gegen Rassismus, Faschismus und die völkische Ideologie der AfD.

Durch unseren gemeinsamen Protest konnte der geplante Besuch von Björn Höcke – einem der bekanntesten Vertreter der extremen Rechten in Deutschland – und dem selbsterklärten "freundlichen Gesicht des NS" Helferich verhindert werden.

Das Hermannsdenkmal war ursprünglich als ein Symbol des Widerstands gegen römische Besatzung und als Einigkeits-Symbol einer Kulturnation von unten gedacht, und wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts aus politischem Kalkül umgedeutet.1

Uns erinnert es daran, dass Widerstand gegen Unterdrückung und für Freiheit immer notwendig war und bleibt.
Heute steht der Hermann auch für den Kampf gegen die Feinde der offenen Gesellschaft: gegen Hetze, Ausgrenzung und die Umdeutung unserer Geschichte durch rechtsextreme Kräfte.2

Die AfD versucht seit Jahren, historische Symbole für ihre völkische Agenda zu missbrauchen. Doch wir lassen nicht zu, dass sie unsere Erinnerungskultur kapern.

Der breite Protest, initiiert von der linksjugend ['solid] Lippe, zeigt: Die Mehrheit dieser Region steht für Demokratie, Vielfalt und Solidarität – und wir werden weiter gemeinsam gegen Rechts aufstehen.

Ein großer Dank geht an alle, die heute bei diesem Wetter dabei waren und an alle, die weiterhin für eine offene, freie Gesellschaft kämpfen. Lasst uns laut bleiben!

 

Faschisten, wie Höcke, versuchen gerade, das Hermannsdenkmal als Kulisse für ihre Ideologie zu missbrauchen. 

Doch wer Arminius als Vorbild für Ausgrenzung nutzt, hat die Geschichte nicht verstanden. Arminius war römischer Bürger. Er sprach Latein, trug die Toga und lernte das Kriegshandwerk in Rom. Er war ein Beispiel für kulturellen Austausch, nicht für Abschottung. 

Hingegen steht die AfD, und der völkische Flügel dieser Partei besonders, für genau das Gegenteil: Abschottung durch einen EU-Austritt, absolutem Rassismus, geprägt durch die Remigrationsfantasien nach Sellner, dem Schüren von Hass gegenüber allen Menschen, die nicht in das weiße heteronormative Weltbild passen und ihrer sozial- und wirtschaftsfeindlichen Politik. 

All das sind Werte, die nicht in eine pluralistische Gesellschaft des 21. Jahrhunderts passen, Werte die nicht schweigend hingenommen werden dürfen, deswegen danke ich allen, die laut sind, hier und heute und auch an jedem anderen Tag. 

Wenn wir beginnen zu schweigen, dann schaffen es die Faschisten, die Geschichte umzuschreiben, so wie sie es gerne hätten, die Zukunft in eine Richtung zu entwickeln, die keinem von uns auch nur im Ansatz gefallen sollte und dafür zu sorgen, dass Menschen angegriffen werden, weil sie ihr Leben leben, so wie sie sind. 


Schauen wir uns das Denkmal an, so erkennen wir aus weiter Ferne das bekannte Schwert, in ihm steht die Inschrift: „Deutsche Einigkeit meine Stärke“. Genau diese Einigkeit beweisen wir hier und heute in unserem gemeinsamen Kampf gegen den Faschismus. Wir sind uns einig: Faschismus hat in diesem Land keinen Platz! Und genau hier liegt unsere Stärke! 

Guckt euch um, was wir in nur kurzer Zeit für ein Bündnis aufstellen konnten, Menschen die sich hier heute unter dem Motto „Der Hermann bleibt bunt“ versammelt haben, um laut zu sein, um ein klares Symbol zu senden: Wir haben keinen Bock auf Faschisten und die Partei, die den Faschisten eine Stimme gibt. 

In diesem Sinne: Kein Fußbreit dem Faschismus und Alerta Alerta!


Justin Tammert - linksjugend ['solid] Lippe

 

1 so u.a. Rosenland - Zeitschrift für lippische Geschichte Ausgabe Nr. 5, Seite 10

2 https://www.hermannsdenkmal.de/tickets/positionierung-gegen-rechtsextremismus/

 

Bilder der Demo

Die Linke Lippe CC BY SA 4.0