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Gemeinsam mit ver.di gegen Lohndumping und Sozialabbau
Am 22. Mai 2026 hat sich der Kreisverband Lippe von Die Linke solidarisch an den Streikaktionen der Gewerkschaft ver.di im Einzelhandel und Großhandel in Bielefeld beteiligt. Unter dem Motto „Angebot geprüft – UNGENÜGEND. RETOURE!“ protestierten Beschäftigte gegen aus ihrer Sicht völlig unzureichende Tarifangebote der Arbeitgeber.
Im Einzelhandel sieht das aktuelle Angebot unter anderem eine sechsmonatige Nullrunde sowie anschließend eine Lohnerhöhung von lediglich zwei Prozent vor. Auch im Groß- und Außenhandel bleiben die angebotenen Steigerungen deutlich hinter der aktuellen Preisentwicklung zurück. Vor dem Hintergrund steigender Mieten, Energiepreise und Lebenshaltungskosten bedeutet das für viele Beschäftigte reale Einkommensverluste.
„Dieses Angebot hat mit der Lebensrealität der Beschäftigten nichts zu tun. Während alles teurer wird, sollen die Einkommen faktisch stagnieren oder zurückbleiben“
Ursula Jacob-Reisinger, Vorsitzende des Kreisverbandes Die Linke Lippe und ehemalige Gewerkschaftssekretärin.
Gleichzeitig erwirtschaften große Handelskonzerne weiterhin hohe Umsätze und Gewinne. Aus Sicht der Linken zeigt sich hier eine deutliche Schieflage: Die Beschäftigten tragen den wirtschaftlichen Erfolg des Handels, profitieren jedoch nicht angemessen davon.
Die aktuelle Tarifrunde steht zudem aus Sicht der Linken im Zusammenhang mit einer breiteren politischen Entwicklung auf Bundesebene. Die Bundesregierung diskutiert verschiedene Reformen im Sozialstaat, die zentrale Sicherungssysteme unter Druck setzen könnten. Dazu gehören unter anderem steigende Eigenanteile in der Pflegeversicherung. In Nordrhein-Westfalen liegt dieser Eigenanteil inzwischen im Durchschnitt bei rund 3.600 Euro monatlich im ersten Jahr eines Heimaufenthalts. Diese Summe liegt deutlich über dem Niveau durchschnittlicher Alterseinkommen und stellt damit für viele Betroffene eine erhebliche finanzielle Belastung dar.
Auch im Arbeitszeitrecht wird über eine stärkere Flexibilisierung der Regelarbeitszeit diskutiert, insbesondere im Hinblick auf mögliche Änderungen bei der täglichen Höchstarbeitszeit und eine stärkere Orientierung an Lebensarbeitszeitmodellen.
Im Rentensystem hat eine von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission ihre Arbeit aufgenommen und soll Ende Juni Empfehlungen vorlegen. Im Mittelpunkt stehen dabei die langfristige Finanzierung der gesetzlichen Rente, das Rentenniveau sowie die zukünftige Ausgestaltung des Systems im Kontext des demografischen Wandels. Auch wenn noch keine Entscheidungen vorliegen, zeigt die Debatte bereits jetzt, dass zentrale Fragen der sozialen Sicherung und der Arbeits- und Lebensarbeitszeit politisch neu verhandelt werden.
„Die Menschen erleben täglich, dass ihre Einkommen nicht mehr reichen, während gleichzeitig soziale Sicherungssysteme unter Druck geraten. Diese Entwicklung dürfen wir nicht hinnehmen“
Ursula Jacob-Reisinger
Parallel dazu wird bundesweit über Proteste gegen Sozialabbau diskutiert. Die Linke spricht von einer „Protestkaskade“, die im Juni beginnen und an frühere soziale Bewegungen anknüpfen soll.
„Der Streik im Handel und die aktuellen politischen Debatten gehören zusammen. Wenn Beschäftigte um jeden Euro kämpfen müssen und gleichzeitig soziale Sicherheiten infrage gestellt werden, dann zeigt das: Es geht um mehr als einzelne Tarifrunden, es geht um soziale Gerechtigkeit insgesamt“, so Jacob-Reisinger.
Die Linke unterstützt daher die angekündigten bundesweiten Proteste gegen Sozialabbau, die im Juni beginnen und in vielen Städten Demonstrationen und Aktionen umfassen sollen.
Der Kreisverband Lippe ruft dazu auf, sich an diesen Protesten zu beteiligen und gemeinsam ein deutliches Zeichen zu setzen: für höhere Löhne, soziale Sicherheit und ein bezahlbares Leben für alle.
Wir sagen: Kommt zur Demonstration am 1. Juni um 17:00 Uhr am Siegfriedplatz in Bielefeld.

