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Leerstand trotz Wohnungsnot: Die Linke stellt Anfrage zu ungenutztem Wohnraum in Detmold
„19.000 Quadratmeter Leerstand mitten in Detmold, während Menschen verzweifelt nach bezahlbarem Wohnraum suchen.“ Mit einer Anfrage in der Ratssitzung vom 28. Mai machte die Linksfraktion im Detmolder Stadtrat auf die zunehmend angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt aufmerksam.
Die Fraktion will von der Stadt unter anderem wissen, wie viele Wohnungen im Stadtgebiet längerfristig leer stehen, in welchem Umfang Wohnraum durch Ferienwohnungen oder Kurzzeitvermietungen dem regulären Wohnungsmarkt entzogen wird und welche Erkenntnisse aus dem Projekt „UrbanPulse“ bislang vorliegen und genutzt werden. Für die Detmolder Innenstadt wurden dort rund 19.000 Quadratmeter leerstehende Wohnfläche ermittelt.
Diese Fläche entspricht rechnerisch etwa 240 Wohnungen mit je 80 Quadratmetern, also einem erheblichen Bestand an potenziell nutzbarem Wohnraum im Stadtzentrum.
„Die Wohnungsfrage ist längst kein reines Großstadtproblem mehr“, erklärt Eduard Schneider, Fraktionsvorsitzender Die Linke Detmold. „Auch in Detmold steigen die Mieten spürbar. Gleichzeitig finden viele Menschen, insbesondere Studierende, Auszubildende und Familien, kaum noch bezahlbaren Wohnraum.“
Aktuell liegen die durchschnittlichen Kaltmieten in Detmold bei rund 9 Euro pro Quadratmeter, in einzelnen Fällen deutlich darüber. Besonders kleine Wohnungen sind überdurchschnittlich teuer und erreichen teils bis zu 15 Euro pro Quadratmeter. Für viele Haushalte bedeutet das eine zunehmend schwierige finanzielle Belastung.
Nach Einschätzung der Linken zeigt sich ein deutlicher Widerspruch: Während Wohnraum knapp ist, bleibt gleichzeitig erheblicher Bestand ungenutzt. Nach Berechnungen des Pestel-Instituts fehlen im Kreis Lippe rund 7.000 Wohnungen. Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich, und der Druck auf dem Wohnungsmarkt wächst spürbar.
Hinzu kommt aus Sicht der Fraktion eine strukturelle Blockade beim Neubau. Die Baukosten sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen, gleichzeitig haben sich die Finanzierungskosten durch höhere Zinsen deutlich verschärft. Viele Bauprojekte rechnen sich nur noch im hochpreisigen Segment oder werden gar nicht erst umgesetzt. „Neubau allein wird die Wohnungsnot deshalb weder schnell noch sozial gerecht lösen können“, unterstreicht Schneider.
Die Folgen spüren viele Menschen im Alltag: steigende Mieten, weniger verfügbare Wohnungen und wachsende Unsicherheit bei der Wohnungssuche. Besonders betroffen sind Haushalte mit geringem oder mittlerem Einkommen, die zunehmend unter Druck geraten.
„Es ist schwer vermittelbar, dass Wohnungen leer stehen, während Menschen in unserer Stadt keine bezahlbare Wohnung finden“, so Schneider weiter.
„Wohnraum ist kein Luxusgut, sondern eine soziale Grundlage des Zusammenlebens.“
Ziel der Anfrage sei es zunächst, Transparenz über die tatsächliche Lage in Detmold zu schaffen und die Diskussion darüber zu stärken, wie vorhandener Wohnraum besser genutzt werden kann.

