Film zu Fluchtursachen im afrikanischen Senegal
Am 13. Juni war der Münchner Dokumentarfilmer Peter Heller auf Initiative der Bad Salzufler LINKEN mit dem Film 'Life Saaraba Illegal' im Kino Filmbühne zu Gast.
Das Thema des Films sind Fluchtursachen und Fluchtschicksale am Beispiel Senegal. Obwohl im Senegal kein Bürgerkrieg herrscht, wollen vor allem die jungen Leute nach Europe, weil sie im eigenen Land keine beruflichen Perspektiven sehen.
Der Dokumentarfilmer Peter Heller und andere alternative Beobachter haben schon seit Jahrzenten immer wieder über Afrika berichtet. Die Themen von Überfischung der Küsten Afrikas durch Großkonzerne und der ungerechten Handelsbeziehungen sind seit Jahren bekannt. Aber erst die Flüchtlingskrise hat uns aufgerüttelt und fordert zum Umdenken und Handeln.
Der Film will nicht belehren und auch keine Handlungsempfehlungen geben sondern lediglich aus der Perspektive der afrikanischen Bevölkerung die tatsächliche Situation aufzeigen.
In der anschließenden Diskussion auf die unwürdigen Verhältnisse der Tomatenpflücker aus Südspanien angesprochen, erzählt Peter Heller, dass die illegalen Flüchtlinge aus Afrika merkwürdiger Weise toleriert werden (wenn sie die Flucht überhaupt, manchmal sogar nach mehreren Versuchen, geschafft haben).
-Man macht ihnen keine großen Schwierigkeiten, weil man sie doch wohl braucht. Das Argument, es gäbe eine sehr große Arbeitslosigkeit in Spanien und darum seien die Arbeiter aus Afrika überflüssig, scheint sehr widersprüchlich. Denn angeblich übertreffen die Geldüberweisungen der illegalen Flüchtlinge an ihre Familien bei weitem die Summe der gezahlten Entwicklungshilfe.
-Es scheint, dass die Plantagenbesitzer die zwiespältige Situation für ihre Profitzwecke ausnutzen, ebenso wir deutschen Konsumenten, die gerne möglichst billig Tomaten und Gemüse kaufen wollen…
-Um die Abwanderung der meist jungen Bevölkerung aufzuhalten, wünschen sich die Afrikaner für die Zukunft mehr Handelsbeziehungen auf ‚Augenhöhe‘ und nicht nur den Export von Rohstoffen sondern Förderung von Rohstoff veredelnder Industrie, um Arbeitsplätze zu sichern.
