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Fragenkatalog von NaturhelDT - Initiative Artenvielfalt Detmold

Hier sind unsere Antworten auf den Fragenkatalog zum Thema Artenvielfalt, der uns vom BUND Detmold in Vertretung für die Initiative Artenvielfalt in Detmold zugesendet wurde. Unsere aktuellen Flyer widmen sich ebenfalls diesem Thema und vertiefen den Blick auf die anstehenden Entscheidungen für eine nachhaltig ökologische und klimafreundliche Entwicklung in Detmold.

  1. Wie wollen Sie den Flächenverbrauch in Detmold reduzieren, um Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu erhalten?

    - Der Flächenverbrauch und die Versiegelung neuer Flächen müssen gestoppt werden – das Ziel muss Null Flächenverbrauch sein. Dies erfordert ein Umsteuern der städtischen Bauleitplanung. Der Umbau im Bestand hat für Die Linke Vorrang, ebenso die Verdichtung bereits bebauter Flächen, unter Berücksichtigung des lokalen Freiraumbedarfs und der stadtklimatischen Anforderungen.

    - Wohnungs- und Gewerbeimmobilienbau sollen demnach nur als Nachverdichtungen in bestehenden Wohn- oder Gewerbegebieten erfolgen.

    - Wohnbebauung soll fast ausschließlich den Bau von Mehrfamilienhäusern in Geschossbauweise umfassen.

    - Ein- und Zweifamilienhäuser zu bauen soll mit hohen Auflagen, wenn möglich auch finanzieller Art, belegt werden.

    - Wir wollen den Flächenverbrauch, vor allem für den motorisierten Individualverkehr (MIV), begrenzen, indem wir das Parkraumkonzept in Detmold kritisch begleiten und unterstützen. Wir setzen auf entsiegelte Parkflächen, die multifunktional genutzt werden können, z. B. am Wochenende als Spielfeld oder durch entsprechende Überbauung für Photovoltaik, die gleichzeitig eine Verschattung dieser Flächen ermöglicht.

    - Die Linke setzt sich für mehr Bürgerbeteiligung bei der Erarbeitung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen – insbesondere bei größeren Vorhaben – ein. Einsprüche gegen Bebauungspläne müssen mehr Gewicht erhalten, und die Verfahren müssen stärker als bisher auf einen Ausgleich der Interessen ausgerichtet werden und weniger auf die Durchsetzung der Interessen von Investoren. Alle Baupläne müssen auf ihre Umweltverträg­lichkeit geprüft werden.

    Wie stellen Sie sicher, dass Bauprojekte in Detmold mit Artenvielfalt vereinbar sind?

    - Wir wollen Dächer und Fassaden, wo immer möglich, begrünen. Ein Gründachpotential-Kataster soll dazu beitragen, die dafür vorhandenen Möglichkeiten sichtbar zu machen und damit zusätzlichen Lebensraum für Vögel und Insekten schaffen.

    - Auch die von uns seit langem schon geforderten Trinkbrunnenanlagen zumindest an allen Kinderspielplätzen und Sportstätten sollen dafür sorgen, dass Artenvielfalt erhalten bleibt, denn die zunehmend langen Trocken­perioden führen immer öfter zum Verdursten von Kleintieren und Insekten.

    - Eine Förderung für den Einsatz von großen Regentonnen kann helfen, den Wasserverbrauch zu mindern. Der Einbau von Zisternen in Neubaugebieten kann sogar dazu beitragen, Überflutungen im Quartier zu vermeiden.

    - Versiegelte Flächen müssen entsiegelt werden. Fließgewässer müssen ebenso renaturiert werden wie trockengelegte Feuchtgebiete.

    - Das Regenwasserrückhaltebecken in Hornoldendorf lehnen wir ab und unterstützen juristische Verfahren, um diese völlig veralteten Pläne aufzuhalten.

  2. Wie wollen Sie die naturnahe Gestaltung öffentlicher Grünflächen wie Parks, Friedhöfe und Straßenränder fördern?

    - Die Stadt soll künftig in bestehenden Parkanlagen Naschgärten anlegen, naturnahe Parkanlagen, Tiny Woods oder Pocket-Parks neu schaffen oder bestehende Anlagen erweitern.

    - Vorhandene Frei- oder Brachflächen sollen nach Möglichkeit Nachbar­schafts- oder auch Schrebergarteninitiativen zur Bewirtschaftung nach ökologischen Kriterien zur Verfügung gestellt werden.

    - Wir halten die Idee von gemeinschaftlich genutzten Quartiersgärten in der Nähe von dicht bebauten Wohngebieten für eine Alternative, die nicht nur die Artenvielfalt erhält und den Menschen, die sie nutzen, ökologische Werte vermittelt, sondern auch den Zusammenhalt in der Bevölkerung fördert.

  3. Wie wollen Sie mit dem innerstädtischen Baumbestand umgehen angesichts des Klimawandels (Hitzestress)?

    - Aus den Niederlanden kommt die Idee, Bäume grundsätzlich auszugraben anstatt abzuholzen, wenn es um die Erschließung von Brachflächen geht, und sie wird in Wipperfürth bereits umgesetzt. Ausgegrabene Bäume können woanders für Ausgleichsflächen verwendet oder an interessierte Privatleute verschenkt werden.

    - Bei der Neupflanzung von Bäumen werden heimische, tief wurzelnde Sorten bevorzugt, sofern sie den veränderten Bedingungen der Klimaerwärmung angepasst sind.

    - Linke Kommunalpolitik setzt sich für die Einrichtung von Baumschutz­satzungen sowie Baumkatastern in allen Kommunen ein.

  4. Welche Anreize planen Sie für private und gewerbliche Grundstücks­besitzende zur Förderung der Biodiversität?

    - Grundsätzlich unterstützt Die Linke Detmold Maßnahmen, um z. B. bestehende Schottergärten zurückzubauen sowie Verbote, neue anzulegen. Wenn eine entsprechende Landes- oder Bundesgesetzgebung weiter auf sich warten lässt, muss die Stadt mit konsequenten Satzungs­beschlüssen tätig werden.

    - Ein ressourcenschonender Umgang mit dem wertvollen Rohstoff Wasser ist ein integraler Bestandteil des Artenschutzes. Auf unsere Vorschläge zur vermehrten Regenwassernutzung durch Zisternenbau und Bezuschussung von Regenwassertonnen habe ich bereits hingewiesen. Inwiefern Brauchwasserleitungen in Neubauten durch städtische Initiativen gefördert werden können, muss noch geprüft werden.

    - Auf größeren Ackerschlägen sollen künftig feste Wild- und Insektenschutz­streifen eingerichtet werden. Bestehende Biotope müssen verbunden werden.

    - Kommunales Agrarland soll ökologisch und ohne den Einsatz von synthetischen Pestiziden bewirtschaftet werden. Auch in Hausgärten, auf öffentlichen Flächen und in Naturschutzgebieten dürfen keine Pestizide mehr eingesetzt werden.

    - Nicht verpachtete oder von der Kommune selbst bewirtschaftete Flächen sollen als Insekten- und Wildschutzraum umgestaltet werden. Bestehende Pachtverträge sollen in den kommenden zehn Jahren umgestellt oder gekündigt werden, wo dies möglich ist.

  5. Wie möchten Sie die Umweltbildung und das Bewusstsein für Biodiversität in Bildungseinrichtungen und der Öffentlichkeit fördern?

    - Linke Kommunalpolitik strebt die Umstellung der Versorgung von allen öffentlichen Kantinen, Schulen und Kindergärten auf ökologische, saisonal und regional erzeugte Nahrungsmittel an. Besonders Kinder sollen wissen und erfahren, woher ihr Essen kommt. Dazu soll ein Etat vorhanden sein, damit regelmäßig Besichtigungen und Aktionstage mit den betreffenden Landwirt:innen geplant und umgesetzt werden können.

    - Detmold initiiert und unterstützt Projekte der solidarischen Landwirtschaft, wie auch Möglichkeiten der regionalen und saisonalen Direktvermarktung für Agrarbetriebe aus der Region. Der Verein Lippequalität darf nicht sterben! Notfalls müssen die Stadt Detmold, aber auch der Kreis Lippe und umliegende Kommunen mit logistischer und personeller Unterstützung in die Bresche springen.

    - Der Rolfsche Hof muss ebenso wie die Wandelwerkstatt kontinuierlich weiter mit Mitteln der öffentlichen Hand gefördert werden, am besten unbefristet.

    - Die Linke hat immer die Pläne für einen Nationalpark in OWL unterstützt. Nach dem inzwischen offensichtlichen Scheitern dieser Pläne schließt sich Die Linke in Detmold und in Lippe der Idee für einen „Naturpark plus“ in OWL an, um damit Umweltbildung, Artenschutzprojekte und Wildnisentwicklung zu befördern.

 

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